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Aktivitäten zum Mitmachen für junge Denkerinnen und Denker

5 Wünsche und Leben

Helfen Sie den Kindern, darüber nachzudenken, welche Dinge lebensnotwendig sind, welche für ihr Wohlbefinden entscheidend sind und bei welchen sie die Wahl haben.

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5 Wünsche und Leben

Umwelt

Unterschiedliche Bedürfnisse, verschiedene Wünsche und Werbung

Helfen Sie den Kindern, darüber nachzudenken, welche Dinge lebensnotwendig sind, welche für ihr Wohlbefinden entscheidend sind und bei welchen sie die Wahl haben.

Vermitteln Sie den Kindern, wie sie ihre Wünsche unterscheiden, ihre Bedürfnisse nach Wichtigkeit ordnen (was wir zum Überleben brauchen) und ihre Wünsche einordnen können (Dinge, die wir gerne hätten, und warum). Helfen Sie ihnen auch zu verstehen, wie viel Einfluss sie darauf haben. So wird ihnen bewusst, dass sie sich möglicherweise nicht dafür entscheiden können, gar nichts zu essen, und dass es ihnen schwerfallen würde, viele Tage lang kein Wasser zu trinken. Dagegen wäre es vielleicht möglich, wenn auch nicht wünschenswert, viele Tage lang nicht zu spielen. Wir alle brauchen zum Beispiel Wasser und Schlaf, können aber entscheiden, wie viel Zeit wir damit verbringen, Videos anzusehen, digitale Spiele zu spielen oder neue Dinge zu kaufen. Sich bewusst zu machen, wie unterschiedlich Menschen mit ihren Wünschen umgehen können, kann dazu beitragen, die Umwelt zu schützen, und gleichzeitig eine kritische Haltung gegenüber dem digitalen Wandel fördern.

Inklusion ermöglichen

Verwenden Sie Beispiele aus Ihrer eigenen Gruppe, um zu zeigen, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge brauchen und sich dennoch ähnliche Dinge wünschen können. Manche Kinder spielen zum Beispiel vielleicht nicht gerne Videospiele, andere haben bereits feste Regeln dafür, wie sie ihr Taschengeld ausgeben dürfen. Wenn die Kinder von ihren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten erzählen, werden sie sich der Vielfalt in ihrer eigenen Einrichtung bewusst und erkennen, dass Bedürfnisse und Wünsche verschieden sein können. Das stärkt ihre Fähigkeit, sich auch Dinge jenseits ihrer unmittelbaren persönlichen Erfahrungen vorzustellen.

Aufgabe 1: Gedankenexperiment

  1. Erzählen Sie die Geschichte von Robinson Crusoe, um den Kindern zu helfen, zwischen lebensnotwendigen und nicht lebensnotwendigen Dingen zu unterscheiden. Bitten Sie die Kinder, sich vorzustellen, dass sie auf einer einsamen Insel sind und nur drei Dinge mitnehmen dürfen. Was würden sie auswählen?

    • Warum habt ihr diese Gegenstände ausgewählt?
    • Wie würden euch diese Gegenstände beim Überleben helfen?
    • Sind diese Dinge lebensnotwendig, gut für euer Wohlbefinden oder Wünsche?
  2. Fragen Sie die Kinder, was Robinson Crusoe mit den von ihnen ausgewählten Gegenständen hätte machen können.

Aufgabe 2: Wünsche ordnen: Wie viel ist genug?

Materialien: Karten zum Ausschneiden mit Wünschen und Bedürfnissen (siehe die EduSkills+ Bibliothek).

  1. Erklären Sie zunächst, dass wir manche Dinge, die wir uns im Leben wünschen, zum Leben brauchen, zum Beispiel Wasser, Nahrung und ein Zuhause. Andere Dinge hätten wir gerne, brauchen sie aber nicht zum Leben, etwa Spielzeug oder zusätzliche Leckereien. Dabei spielt auch die Menge eine wichtige Rolle. Es kann sehr wichtig sein, einen kuscheligen Teddybären zu haben, aber wie viele sind zu viele?
  2. Um den Kindern zu vermitteln, wie sie Wünsche einordnen können, können Sie zwischen Dingen unterscheiden, die lebensnotwendig sind, und solchen, die wir gerne hätten. Verwenden Sie dafür Bilder von Lebensmitteln, Spielzeug, Kleidung und Büchern. Lassen Sie die Kinder die Bilder nach verschiedenen Arten von Wünschen und Bedürfnissen sortieren.
  3. Denken Sie anschließend darüber nach, wie viel wir von diesen Dingen brauchen und welche davon lebensnotwendig sind. Regen Sie die Kinder dazu an, gemeinsam über folgende Fragen nachzudenken: Was brauchen sie? Was wünschen sie sich, obwohl es für ihr Wohlbefinden nicht notwendig ist? Wie viel wird von jedem dieser Dinge benötigt? Wünschen sich Menschen mehr, als sie brauchen? Warum? Können manche Wünsche unerfüllte Bedürfnisse ausgleichen?
  4. Bitten Sie die Kinder, beim Sortieren darüber nachzudenken, welche Gegenstände besser für die Umwelt sind. Zum Beispiel:

    • „Brauchen wir diesen Gegenstand zum Leben?“
    • „Wenn wir ihn kaufen, wird er dann bald zu Müll?“
    • „Könnten wir ihn wiederverwenden oder teilen, damit weniger Müll entsteht?“
  5. Optional: Für diese Aktivität können Sie auch ein digitales Werkzeug wie Padlet oder Seesaw verwenden, um eine interaktive Sortieraufgabe zu erstellen.

Diskussionsplan: Gibt es einen Unterschied zwischen Bedürfnissen und Wünschen?

  1. Was ist ein Bedürfnis?
  2. Was wünscht ihr euch?
  3. Kann aus einem Wunsch ein Bedürfnis werden?
  4. Können Menschen so viele Wünsche und Bedürfnisse haben, dass sie der Natur schaden?
  5. Gibt es verschiedene Arten von Bedürfnissen?
  6. Kann ein Bedürfnis ein Wunsch sein oder ein Wunsch ein Bedürfnis?
  7. Wie beeinflussen Bedürfnisse und Wünsche unsere Entscheidungen?
  8. Haben manche Menschen Wünsche, die der Umwelt schaden?
  9. Können Menschen ihre Wünsche so lenken, dass sie sich für Dinge entscheiden, die besser für die Natur sind?
  10. Könnt ihr Bedürfnisse und Wünsche verändern?

Aufgabe 3: Werbung anschauen

  1. Helfen Sie den Kindern, den Zweck und die Wirkung von Werbung zu verstehen. Erklären Sie zunächst, dass Werbung so gestaltet ist, dass sie in uns den Wunsch nach Dingen weckt – manchmal nach mehr, als wir brauchen.
  2. Zeigen Sie eine Werbung aus einer Zeitung, dem Fernsehen oder von YouTube.

Inklusion ermöglichen

Zeigen Sie anhand von Beispielen, dass Werbung sich an unterschiedliche Personengruppen richten kann: Spielzeugwerbung an Eltern und Kinder, Autowerbung an Menschen, die Auto fahren, Werbung für Fernsehgeräte an Menschen, die fernsehen, und so weiter. Manchmal richtet sich Werbung an die gesamte Bevölkerung, zum Beispiel Werbung für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeitaktivitäten.

Diskussionsplan

  1. Was haben wir gesehen?
  2. Was ist kommerzielle Werbung?
  3. Wo könnt ihr Werbung sehen?
  4. Kann Werbung euch zum Lachen bringen?
  5. Bringt Werbung euch dazu, Dinge kaufen zu wollen?
  6. Bringt Werbung euch dazu, bestimmte Dinge essen zu wollen?
  7. Hilft Werbung Menschen dabei, ihr Verhalten im Sinne der Umwelt zu verändern?
  8. Warum schafft Werbung es, Menschen zum Konsum bestimmter Dinge zu bewegen?
  9. Wirkt Werbung immer und bei allen Menschen?
  10. Kann Werbung dabei helfen, eure Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen und gleichzeitig auf unseren Planeten zu achten?

Aufgabe 4: Eine Werbung gestalten

  1. Planung

    Lassen Sie jede Gruppe Ideen für ihre Werbung sammeln. Welche lebensnotwendige Sache haben die Kinder ausgewählt? Warum ist sie ihnen wichtig? Warum ist sie gut für die Umwelt? Warum ist die Alternative weniger umweltfreundlich?

  2. Filmen

    Verwenden Sie Kameras oder Smartphones, um die Werbung zu filmen. Pädagogische Fachkräfte müssen bei einfachen Schritten der Videobearbeitung helfen.

    • Tipp: Planen Sie das Video im Voraus. Denken Sie an die wichtigsten Bestandteile, die jedes gute Video haben sollte. Welche Botschaft möchten Sie vermitteln?
    • Nutzen Sie beim Filmen die Pausenfunktion, um zwischen Szenen zu wechseln. Verwenden Sie bei Bedarf ein Bearbeitungsprogramm wie YouCut Video Editor, um die endgültige Fassung des Videos zu erstellen.
    • Optionale Werkzeuge: Kostenlose Programme zur Videobearbeitung wie iMovie (für iOS) oder Windows Movie Maker können ebenfalls verwendet werden, erfordern aber gewisse Kenntnisse in der Videobearbeitung.
  3. Anschauen und besprechen
    • Schauen Sie sich alle Werbespots gemeinsam an.
    • Besprechen Sie die folgenden Fragen:
      1. Wie hat es euch gefallen, eine Werbung zu filmen?
      2. Welche Gefühle haben die Werbespots bei euch ausgelöst?
      3. Wie würde diese Werbung im Radio oder als gedruckte Anzeige funktionieren?
      4. Wolltet ihr die Dinge aus den Werbespots haben?
      5. Braucht ihr die Dinge aus den Werbespots?

Varianten

  • Gedruckte Werbeanzeigen Die Kinder können Werbeanzeigen zum Ausdrucken zeichnen und ausmalen.
  • Radiowerbung Nehmen Sie mit einfachen Werkzeugen zur Sprachaufnahme Werbespots auf.

Weitere Ideen

  • Bilderbücher über Wünsche und das Leben Lesen Sie Bilderbücher über Wünsche und das Leben, insbesondere über Bedürfnisse und Wünsche. Je nach Land und Sprache stehen unterschiedliche Bücher zur Verfügung. Auf Portugiesisch gibt es zum Beispiel das Buch „Quero, quero, quero, quero“ von Polly Dunbar (Caminho 2020).
  • Anwendung im Alltag Lassen Sie die Kinder anhand ihrer täglichen Erfahrungen eine Wochenübersicht zu „Bedürfnissen und Wünschen“ erstellen.