1.2 Die Rolle digitaler Technologien und übergreifender Kompetenzen in der frühkindlichen Bildung

Konzeptionelle Leitlinien

Die Einbindung digitaler Technologien in die frühkindliche Bildung erfordert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Erwerb digitaler Kompetenzen und der Entwicklung kritischer, metakognitiver und sozialer Fähigkeiten.

  • Digitale Grundbildung: Kinder sollten mit den grundlegenden Funktionen und Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien vertraut werden. Dazu gehört, sowohl die Vorteile als auch die Risiken digitaler Werkzeuge zu verstehen. Der Einsatz digitaler Technologien ist zwar nicht verpflichtend, doch es ist wichtig, eine kritische Haltung dazu zu vermitteln. Entscheidend ist, Bezüge zu digitalen Technologien herzustellen, damit Kinder Methoden des kritischen Denkens auch auf den Umgang mit ihnen übertragen können.
  • Übergreifende Kompetenzen: Kritisches Denken (metakognitive Fähigkeiten), Problemlösen und soziale Interaktion sind unerlässlich, um sich in der komplexen digitalen Welt zurechtzufinden. Alle Formen der gemeinsamen Reflexion fördern diese Kompetenzen, die wiederum die gemeinsame Reflexion und das gemeinsame Handeln stärken.

Methodische Leitlinien

Zu den pädagogischen Strategien, mit denen sich diese Ziele erreichen lassen, gehören:

  • Integrierte Lernaktivitäten: Gestalten Sie Aktivitäten, die digitale Werkzeuge mit traditionellen Lernmethoden verbinden. Beispielsweise lässt sich interaktives Geschichtenerzählen nutzen, um das Zuhören bei Geschichten mit digitalen Animationen zu kombinieren.
  • Übungen zum kritischen Denken: Ermutigen Sie Kinder, digitale Inhalte zu hinterfragen und kritisch darüber nachzudenken sowie ihr eigenes Denken zu reflektieren. Einfache Aktivitäten wie der Vergleich verschiedener Informationsquellen oder das Besprechen der Ergebnisse digitaler Spiele können dabei wirksam sein.
  • Entwicklung metakognitiver Fähigkeiten: Fördern Sie die bewusste Wahrnehmung des eigenen Lernens. Aktivitäten zur Entwicklung metakognitiver Fähigkeiten beinhalten häufig, darüber nachzudenken, was und wie gelernt wurde. Dadurch wird der Lernprozess vertieft. Fehler werden beispielsweise als Chance für ein besseres Verständnis betrachtet und nicht lediglich als etwas, das korrigiert werden muss.
  • Sichere und verantwortungsvolle Nutzung: Vermitteln Sie Kindern einen sicheren Umgang mit digitalen Technologien. Dazu gehört, den Schutz der Privatsphäre zu verstehen, vertrauenswürdige Inhalte zu erkennen und die Grenzen für Bildschirmzeiten zu kennen.
  • Philosophischer Dialog: Schaffen Sie Gelegenheiten, digitale Werkzeuge und Inhalte gemeinsam im Dialog zu erforschen. Legen Sie dabei besonderen Wert auf das Hinterfragen sowie darauf, Begründungen für Aussagen einzufordern und eigene Aussagen zu begründen.